Was ist ein Gleitzeitkonto?
Bei Gleitzeit bestimmst du innerhalb eines vereinbarten Rahmens selbst, wann du anfängst und aufhörst. Damit das Soll trotzdem stimmt, wird die Differenz zwischen gearbeiteter Zeit und Sollzeit auf einem Arbeitszeitkonto gesammelt: Arbeitest du mehr, wächst das Guthaben, arbeitest du weniger, entstehen Minusstunden.
Wichtige Begriffe
Welche dieser Regeln für dich gelten, legen Betriebsvereinbarung, Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag fest; ein eigenes Gleitzeitgesetz gibt es nicht. Für Minijobs und Stellen nahe am Mindestlohn begrenzt § 2 Abs. 2 Mindestlohngesetz das Arbeitszeitkonto: Die Plusstunden dürfen monatlich höchstens die Hälfte der vereinbarten Arbeitszeit ausmachen und müssen spätestens innerhalb von 12 Kalendermonaten ausgeglichen werden.
- Kernzeit: Zeitspanne, in der du anwesend sein musst.
- Rahmenarbeitszeit: frühester Beginn und spätestes Ende der Arbeit.
- Ausgleichszeitraum: bis wann das Konto wieder ausgeglichen sein soll.
- Kappungsgrenze: wie viele Plus- oder Minusstunden höchstens auflaufen dürfen.
Ein Beispiel
Dein Gleitzeitkonto steht zu Wochenbeginn bei +3 Std. In dieser Woche arbeitest du 2 Std 30 min mehr als dein Soll – der Saldo steigt auf +5 Std 30 min. In der Woche darauf arbeitest du von Montag bis Donnerstag genau dein Soll und gehst am Freitag 4 Stunden früher und gleichst damit Zeit aus: Danach steht dein Konto bei +1 Std 30 min.
Gleitzeit und Arbeitszeitgesetz
Auch bei Gleitzeit gelten die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes: höchstens 8 Stunden am Tag, bis zu 10 Stunden, wenn im Durchschnitt 8 Stunden nicht überschritten werden, die vorgeschriebenen Pausen und mindestens 11 Stunden Ruhezeit nach Feierabend. Für Jugendliche unter 18 Jahren gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz.